ehem. EU-Kommissar, Europa- und Finanzexperte
Redner
Gleich drei große Portfolios betreute der ehemalige EU-Kommissar in der Brüsseler Regierungs-Riege von 2010 bis 2024: Budget und Verwaltung, Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen und Regionalplanung und Stadtentwicklung. Johannes Hahn war damit auch das längstdienende Mitglied der Europäischen Kommission aus Österreich. Die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen vom Zollkrieg über die Ukraine bis zur Selbstbehauptung der Europäischen Union im geopolitischen „Dreikampf“ mit China und den USA machen Johannes Hahn zur ersten Adresse als Experte und Auskunftsperson zu den globalen Disruptionen.
Europa – ökonomisch ein Titan, politisch im Kontext zu den USA, China und Russland noch ein Leichtgewicht – ringt um seine Rolle. Hahn mahnt Einigkeit ein, rät zur Offensive und bringt auch klare Vorstellungen für eine prosperierende Zukunft des Kontinents ein: „Wir müssen Gegenpositionen aufbauen. Man muss ein Drohpotenzial haben und klarstellen, dass man es auch nutzen würde – etwa die Digitalsteuer, die natürlich vornehmlich US-Konzerne treffen würde,“ sagte er dem Wirtschaftsmagazin „trend“. „In diese Richtung sollten wir radikaler und schneller umdenken.“ Und so lauten die Themen seiner Vorträge auch „Die Rolle der EU in der Welt“, „Was Europa jetzt tun muss“ oder „Europa im Spannungsfeld zwischen den USA und China. Johannes Hahn hält Vorträge auf vier Kontinenten und hat als Praktiker hunderte Milliarden im Post-Corona-Aufbauprogramm der EU vergeben.
Im Mai 2025 wurde er von der Europäischen Kommission zum EU-Sondergesandten für Zypern ernannt, um diplomatische Initiativen zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung der Teilung der Insel zu unterstützen. Parallel zu dieser Rolle hat ihn die österreichische Bundesregierung zum Präsidenten des Generalrats der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ernannt, ein Amt, das er seit 1. Jänner 2026 für fünf Jahre ausübt.