Bioethikerin
Redner
Sie ist Juristin und nicht Ärztin und verfügt gleichwohl über eine umfassende medizinische Kompetenz. Deshalb wurde Christiane Druml als erste Frau an die Spitze der Bioethik-Kommission der Bundesregierung berufen. Denn die Frage nach den Grenzen des Machbaren und Vertretbaren sind gerade im Bereich der Gesundheitsforschung akut. Die Expertin spricht über alle Themen im Spannungsfeld von Medizin, Forschung und Ethik.
Die Zukunftsfragen der Gesellschaft sind also die Agenda von Christiane Druml in Interviews, Vorträgen und anderen Auftritten. Druml ist auch Mitglied im Obersten Sanitätsrat Österreichs, Direktorin des Josephinums - Sammlung zur Geschichte der Medizin - und war 4 Jahre Inhaberin des ersten österreichischen UNESCO-Lehrstuhls für Bioethik an der MedUni Wien.
Genderfragen rund um den weiblichen Aufholbedarf in der männerdominierten medizinischen Führungsschicht sind ihr ein besonderes Anliegen. „Wissenschaft sollte öffentlicher sein. Die Position des Wissenschafters ist zu wenig anerkannt“ klagt die Nachfolgerin von Professor Johannes Huber. Deshalb ist es das Hauptanliegen der Juristin, die sich einen ausgezeichneten Ruf als Expertin für Ethik im medizinischen Bereich erworben hat, öffentliche Debatten über die brennenden Fragen an der Schnittstelle von Vertretbarkeit und Machbarkeit zu initiieren. Zu den wichtigsten Themen derzeit zählt die Bioethikerin die Forschung an embryonalen Stammzellen, die Forschung an nicht einwilligungsfähigen Personen, die Altersforschung oder die Problematik von Nabelschnurblutbanken. Aber: „Die Fortschritte in der Medizin sind so enorm und haben so vielfältige Auswirkungen auf unser tägliches Leben, dass sich viele Themen erst akut ergeben. Ein großes Thema ist sicher die Verteilungsgerechtigkeit in der Gesellschaft und die Zuteilung von Ressourcen in Medizin und Forschung.“